Schlechte Nachrichten für den Einzelhandel

Das Geschäft der deutschen Online-Händler boomt und es ist kein Ende abzusehen. Der Verband BEVH, eine Vertretung von Onlinegeschäften, rechnet nach einem Bericht der FAZ mit einem Wachstum von 9,3 Prozent in diesem Jahr. Pro Jahr geben deutsche Verbraucher etwa 16 Milliarden Euro mit Internetbestellungen aus. Darin sind Serviceleistungen wie Ticketverkauf, aber auch Hotelbuchungen und Musikdownloads noch nicht einmal mit eingeschlossen. Diese machen nochmals knapp 4 Milliarden Euro aus.

Und es sind nicht nur die Branchenriesen Amazon und Ebay, die große Umsätze machen. Auch das deutsche Versandhaus Otto rechnet mit einem Wachstum von 6 Prozent. Der Bereich mit dem stärksten Wachstum ist die Lebensmittelbranche – hier sind locker 26 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu erreichen.

Beratungsbedarf ist wichtig zu ermitteln

Nach wie vor bestellen die Verbraucher gerne Kleidung, da hat sich seit dem Quelle-Katalog nichts geändert, nur ist das Medium anders geworden. Mit knapp drei Milliarden Euro Umsatz sind Klamotten ein wichtiges Standbein im eCommerce. Sogar Blumen haben ein Wachstum von 28 Prozent zu verzeichnen.

Der Einzelhandel wird das nicht gerne hören, vor allem die kleinen Geschäfte. Sie können meistens selbst keine eigene Online-Platform betreiben, viele haben auch schlicht Angst davor. Man schätzt hier den persönlichen Kontakt zu den Kunden. Nur werden jene, die noch in den Laden kommen, immer älter. Wer sich heute einen Staubsauger kaufen will, braucht keinen Verkäufer mehr. Man kann die Angebote online vergleichen, nach dem günstigsten Angebot schauen und im Zweifel noch die Bewertungen lesen. Die Einzelhändler werden sich überlegen müssen, wo überhaupt noch Beratungsbedarf beim Kunden besteht und wie diese auch digital erreicht werden können.

Vor allem in den Großstädten ist das Ladensterben kaum aufzuhalten. Wie eine Lawine sterben die Innenstädte aus. Wer im Laden einkaufen will, fährt in die Vorstadt, wo sich die großen Einkaufszentren befinden. Chancen zum Überleben haben die Einzelhändler wohl nur, wenn sie gemeinsam agieren und eine digitale Strategie entwickeln.