Investitionen in Windkraft nehmen ab

Der Windkraft geht was die Investitionen angeht ein wenig die Puste aus. Investoren in grüne Energien waren lange Zeit gewohnt, dass ein Windpark nach dem anderen auf dem Land und zu hoher See gebaut wird und schnelle Renditen versprach. Doch der Bundesverband Windenergie hat jetzt bekannt gegeben, dass in diesem Jahr die Gesamtleistung der neu aufgestellten Windräder an Land etwa ein Drittel niedriger sein wird als noch vor einem Jahr. Insgesamt sollen 3.5 Gigawatt hinzukommen, im Vorjahr waren es noch 5.3 Gigawatt. Auf dem Meer sieht es nicht viel besser aus. Statt 1,25 Gigawatt werden es wohl nur 780 Megawatt werden.

Das Problem ist aber nicht die Nachfrage. Windenergie ist so günstig geworden, dass sie längst mit anderen Stromarten mithalten kann. Es sind vor allem Regulierungen und der fehlende politische Wille, die die Investoren verunsichern. Gerade das Erneuerbare-Energien-Gesetz schafft hier mehr Hürden was Ausschreibungsverfahren angeht, aber auch das Gesamtvolumen. Außerdem will man lokale Initiativen fördern, was bedeutet, dass klassische Anbieter jetzt in die Röhre schauen. Ob diese kommunalen Windparks aber überhaupt gebaut werden, steht in den Sternen.

Auch auf See hat die Bundesregierung die Zahl der Windkraftwerke und wieviel Strom sie produzieren begrenzt und zwar auf 15 Gigawatt bis 2020. Die Betreiber von Anlagen schlagen hingegen 20 Gigawatt vor, weil sie sowohl eine Nachfrage sehen als auch die Kapazitäten in den Stromnetzen vorhanden seien.

Wenn sich die Politik von der Windenergie abwendet kann das auch Auswirkungen auf Investitionen in anderen Bereichen der erneuerbaren Energien haben. So befürchten einige schon, dass auch hier Einschnitte zu befürchten sind. Ganz schlimm wird es aber wenn die Förderungen für bestehende Anlagen auslaufen. Ohne Förderungen wird kaum jemand eine neue Anlage bauen oder betreiben wollen und wer weiß, ob es 2023 noch solche Förderungen geben wird. Mal abgesehen davon, dass man so die Klimaziele schon gar nicht erreichen kann.