Hohes Risiko, schnelle Gewinne

Die ultimative Anlageform, wenn es um hohes Risiko geht, dürften die binären Optionen sein. Dabei handelt es sich um eine Form des Termingeschäft, bei dem es nur zwei Möglichkeiten gibt: Tritt ein Ereignis ein, gewinnt man, tritt es nicht ein verliert man sein Geld. Viele dieser Optionen beziehen sich auf bestimmte Kursverläufe. So kann eine Option darauf gesetzt werden, ob ein Kurs in den nächsten Minuten nach oben oder nach unten geht oder wie sich zum Beispiel das Verhältnis von zwei Währungen zueinander verändern wird. Die meisten binären Optionen werden in extrem kurzen Zeiträumen abgeschlossen, meist weniger als eine Minute. Man kann die Option nicht während der Laufzeit kündigen.

Gesetze in Malta und Zypern

Das Problem bei diesen Optionen ist aber nicht nur, dass es eher eine statistische Frage ist, ob ein Ereignis eintritt oder nicht, sondern wie dieser Handel reguliert wird. Lange Zeit wurden binäre Optionen nur außerbörslich gehandelt, seit 2007 gibt es zumindest in Zypern und Malta eine Aufsichtsbehörde und eine Regulierung. Die beiden Inseln sind nicht von ungefähr ausgesucht: Sie hatten sich bislang vor allem als Niederlassungen von Glücksspielanbietern profiliert, und entsprechend waren es oft auch solche Firmen, die die binären Optionen anboten.

Bei unregulierten Anbietern ist ein Problem, dass es kein Treuhandkonto gibt und somit dem Betrug Tür und Tor weit aufgemacht wird. Betrugsfälle sind so groß geworden, dass zum Beispiel Facebook keine Werbung für binäre Optionen mehr erlaubt.

Der Unterschied zwischen der amerikanischen und europäischen Variante ist, dass in den USA das Ereignis während der Laufzeit eintreten muss, während es in Europa zum Ende der Laufzeit eintreten muss.

Als Kunde sollte man besser die Finger von Plattformen lassen, die nicht von der BaFin oder der EU geregelt und zertifiziert sind, selbst wenn große und schnelle Gewinne versprochen werden. Oft sind diese einfach zu gut um wahr sein zu können.