Gauselmann: Der Marktführer im Glücksspiel

Kaum war der Krieg zu Ende, witterte Paul Gauselmann die Chance, mit Glücksspielen Geld machen zu können. Aus Amerika waren die Glücksspielautomaten nach Deutschland gekommen und fanden schnell Gefallen bei den Spielern. Er gründete in Lübbecke die Gauselmann-Gruppe, die auch heute noch in Familienbesitz ist.

Zum Portfolio der Gruppe gehören Spielautomaten, Geldmanagementsysteme, eine Spielhallenkette, aber neuerdings auch Online-Spiele wie man sie bei Gaming Club finden kann, Sportwetten, Spielbanken und Finanzdienstleistungen.

Seit 2016 ist die Firma eine Familienstiftung, Gründer Paul Gauselmann hat aber nach wie vor noch das Sagen und fungiert als Vorstandvorsitzender und Sprecher der Aktiengesellschaft.

Bekannt ist die Gruppe in Deutschland vor allem durch seine Merkur-Spielotheken und Spielautoamten. Der erste Automat wurde 1977 von Paul Gauselmann und seinen Ingenieuren entwickelt. Weil 1977 das Jahr des Merkur war und dieser auch als Gott der Kaufleute gilt, wählte Gauselmann den Planetennamen als Markensymbol. Noch heute sind die Merkur-Spielotheken in den meisten Großstädten zu finden.

Die Firma ist aber auch international tätig und hält über die Casino Merkur International GmbH auch Anteile an Spielhalle und Casinos im europäischen Ausland.

Firmengründer Gauselmann ist auch sehr umtriebig was die Reputation der Spielbranche angeht. Zum einen ist die Gruppe ein fleißiger Spender an Parteien und Abgeordnete, vor allem solche bei denen man glaubt, sie hätte eine spielfreundliche Haltung. Zum anderen tritt Gauselmann aber auch öffentlich auf und gibt Interviews zum Thema Spielen. Ein bekanntes Zitat ist: „In allen Kinderzimmer wird genauso geballert wie auf unseren Automaten”. Er hält auch nichts davon, Spieler aus einem Casino zu verbannen, wenn man sie vor Spielsucht schützen will, denn seiner Meinung nach würden diese dann einfach aufs Internet ausweichen.

Die Firma betreibt aber auch das Deutsche Automatenmuseum mit einer einzigartigen Sammlung an historischen Spielautoamten. Derzeit sind etwa 1800 Exponate in der Sammlung vorhanden, 200 davon werden permanent gezeigt, die anderen in Sonderausstellungen. Gezeigt werden neben einarmigen Banditen auch Wahrsage-Automaten und selbstspielende Klaviere.