Frauen in der Führung der BMW Bank nicht willkommen

Ob sich die PR-Strategen und der Aufsichtsrat der BMW Bank einen großen Gefallen damit getan haben, von Frauen als Zielgrößen zu sprechen, ist fraglich. Noch schlimmer ist aber eine Formulierung, mit der das Finanzinstitut des großen Autoherstellers eigentlich zeigen wollte, wie ernst man es mit einer Frauenquote nimmt: “Die gesetzten Zielgrößen von einer Frau im Aufsichtsrat und keiner Frau in der Geschäftsführung wurden erreicht” zitierte die Webseite Finanz-Szene aus einem Bericht der Bank. Auf Seite elf des Offenlegungsberichts für 2016 ist in der Tat nachzulesen, dass man sich schwer tut mit einer Frauenquote.

Eigentlich soll der Bericht dazu dienen die angestrebte Diversität im Unternehmen offenzulegen und darzulegen, wie man diese auch erreichen will. Wenigstens wachte jemand auf und schrieb für 2017 als Ziel, dass man bis 2020 eine Frau als Geschäftsführerin haben will. Allerdings sind Experten skeptisch, ob man dies nur aus PR-Gründen formuliert hatte. Allerdings muss man, wenn man keine neue Stelle schaffen will auch warten, bis eine Stelle in der Führung frei wird.

Die BMW Bank ist aber sicherlich nicht alleine, wenn es um Nachholbedarf bei der Frauenquote geht. Wie auch in der Softwareindustrie ist das Bankwesen eine Männerwelt, in der vor allem bei den Führungspositionen alte Seilschaften eine größere Rolle spielen als Karriere machende Frauen, die sich hochgearbeitet haben. Suchen Aufsichtsräte nach neuen Vorstandsmitgliedern, fragen sie immer erst einmal die Mitglieder im eigenen Gremium und im Vorstand nach Empfehlungen. Da ist es nicht verwunderlich, wenn vor allem die Namen von Männern fallen.

In Österreich ist die Lage etwas besser: Dort haben zumindest die Erste Bank und die Oberbank die Quote von 30 Prozent Frauen im Aufsichtsrat erfüllt. In Deutschland wird man noch warten müssen bis eine Frau auch Chef einer Bank wird. Zwar sind Frauen in den Vorstand und in den Aufsichtsrat wegen der gesetzlichen Vorgaben eingezogen, mehr als diese Pflicht erfüllen will man aber in der Finanzwelt eher nicht. Immerhin hatten 2016 bereits sieben Kreditinstitute eine Frau als Aufsichtsratsvorsitzende.