Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

In Deutschland kommt ein Forscher an der Deutschen Forschungsgemeinschaft kaum vorbei. Sie ist die größte Forschungsinstitution in Deutschland und bestimmt weitgehend darüber, wer forscht und worüber geforscht wird. Der Forschungsetat beträgt knapp 3 Milliarden Euro. Die meisten Forschungsanträge kommen von den Hochschulen und öffentlichen Einrichtungen. Die Finanzierung kommt fast ausschließlich von den Ländern und dem Bund.

Um einen Antrag bei der DFG genehmigt zu bekommen, muss man ein langwieriges Verfahren durchlaufen, dass in mehrere Stufen unterteilt ist. Geht ein Antrag ein, wird die DFG diesen zunächst einem Wissenschaftler zur Prüfung geben, der Experte auf diesem Gebiet ist. Dieser wird ein Gutachten verfassen und eine Empfehlung abgeben. Der Antrag, das Gutachten und die Empfehlung zur Voll- oder Teilförderung werden dann einem Fachgremium vorgelegt, dass das Forschungsvorhaben ausgiebig diskutiert. Diese Gremien tagen mehrmals im Jahr, je nach Antragsaufkommen. Die Empfehlung des Gutachters kann dann von den Mitgliedern des Fachgremiums entweder bestätigt. Insgesamt gibt es 48 solcher Gremien.

Vor dem Krieg gegründet

Die Forschungsgemeinschaft wurde bereits 1920 gegründet, damals als Notgemeinschaft für deutsche Wissenschaftler. Erst 1929 wurde die Gesellschaft in Deutsche Gemeinschaft zur Erhaltung und Förderung der Forschung umbenannt. Die Nazizeit ist der unrühmliche Teil der Forschungsgemeinschaft, aber auch der deutschen Wissenschaft an sich. Zu viele Wissenschaftler unterstützen das Regime, beteiligten sich an Forschungsvorhaben zu Themen wie “Rassenhygiene” und “Arisierung” und sahen zu, wie zum Beispiel jüdische Wissenschaftler fliehen mussten oder verfolgt wurde. 1951 wurde die DFG wiedergründet und nach der Wiedervereinigung 1990 erweitere sie ihr Tätigkeitsgebiet auch auf den Osten Deutschlands aus.

Die DFG ist aber nicht unumstritten. Aufgrund ihrer Größe hat sie ein Monopol erlangt, was die Vorgabe von Forschungsvorhaben angeht. Eine Kritik ist, das der Großteil der öffentlichen Gelder in einer einzigen Organisation gebunden ist. Viele Wissenschaftler beschweren sich auch darüber, dass das Entscheidungs- und Begutachtungsverfahren der DFG nicht transparent genug ist.

Auch stellt sich die Frage, ob die Gutachter nicht zu viel Einfluss haben.