Deutscher Stahl von Thyssen

Einer der größten Konzerne in der deutschen Industrie ist ThyssenKrupp. Das Unternehmen ist vor allem in der Stahlbranche aktiv und entstand 1999 aus der Fusion der Thyssen AG und der Friedrich Krupp AG. Beide Firmen waren zuvor erbitterten Wettbewerber gewesen, die Fusion machte das neue Unternehmen aber zu einem der größten deutschen Mischkonzerne. Der Umsatz beträgt 43 Milliarden Euro, weltweit werden 156.000 Mitarbeiter beschäftigt.

Heute sind die ehemaligen Stahlkocher in verschiedene Unternehmensbereiche aufgeteilt:

  • Components Technology
  • Elevator Technology
  • Industrial Solutions
  • Materials Services
  • Steel Europa

Nach wie vor macht das Stahlgeschäft den größten Teil der Geschäftstätigkeit und der Einnahmen aus. Etwa 22 Milliarden Euro werden aus dem Verkauf von hochwertigem Stahl erwirtschaftet . Der Stahl und das gute Stahlgeschäft machten es auch möglich, das Unternehmen in den Jahren 2004 und 2005 von der großen Schuldenlast zu befreien, die auf ihm lag. Etwa 50.000 Mitarbeiter zählte allein dieser Unternehmensbereich. Das Unternehmen ist auch ein Waffenhersteller und produziert unter anderem U-Boote und Schiffe für die Marine.

Investoren haben viele Anteile

Der Sitz der Firma ist seit 2010 wieder in Essen, wo auch die Krupp-Familie ihr Imperium aufgebaut hatte. Von hier aus werden 670 Einzelunternehmer verwaltet, die alle zum Konzern gehören. Die Alfred Krupp von Bohlen und Halbach Stiftung ist immer noch der größte Einzelaktionär mit 20 Prozent, sie hat aber keine Sperrminorität mehr. Die Investorengruppen Cevian Capital und Blackrock sind weitere Großaktionäre. 57 Prozent der Aktien befinden sich in Streubesitz.

Nachdem 1992 die Krupp AG in der ersten feindlichen Übernahme in Deutschland den Hoesch Konzern übernommen hatte, versuchte man 1997 das Gleiche mit der Thyssen AG. Doch die Pläne wurden aus Bankkreisen an die Öffentlichkeit gebracht, was sofort zu Protesten führte. Die Unternehmensführer Gerhard Cromme und Dieter H. Vogel waren nun gezwungen, statt einer Übernahme eine Fusion miteinander zu diskutieren. Das gelang am Ende auch und zwar ohne die befürchteten Massenentlassungen.